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Sinn mit Wirkung – Veerle über Führung, Sicherheit und das verborgene Juwel von Umicore

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Veerle Slenders kam vor drei Jahren zu Umicore. Heute ist sie Executive Vice-President von Specialty Materials und verantwortet zudem die Bereiche Environment, Health & Safety (EHS) auf Konzernebene. Die promovierte Chemieingenieurin verbindet technisches Know-how mit einem menschenorientierten Führungsstil und der Überzeugung, dass der Sinn einer Aufgabe wichtiger ist als ein Titel. 

Bei Umicore leitet Veerle einen Geschäftsbereich, den sie selbst einmal als das „verborgene Juwel“ von Umicore bezeichnet hat:

Während Umicore vor allem für Recycling, Fahrzeugkatalysatoren und Batteriematerialien bekannt ist, steht Specialty Materials oftmals weniger im Fokus. Sein Wert und Potenzial sind von außen nicht immer sofort sichtbar, aber beides ist enorm.

Veerle Slenders

Das Geschäftsfeld konzentriert sich auf hochspezialisierte Anwendungen, bei denen fortschrittliche Materialien einen echten Mehrwert schaffen. „Denken Sie beispielsweise an Germanium-Substrate für die Raumfahrt oder galvanisch beschichtete Kontakte, die das Laden von Smartphones und Elektrofahrzeugen ermöglichen", erklärt Veerle. „Wir treiben Innovationen im Bereich integrierter Halbleitersysteme durch unsere Materialien voran oder sorgen sogar dafür, dass Reifen langlebiger werden. Unsere Specialty Materials sind überall zu finden. Als Materialtechnologieunternehmen werden unsere Entwicklungen oft in Anwendungen weiter unten in der Wertschöpfungskette eingesetzt“, erklärt sie. „Einige unserer Materialien können Teil von Systemen sein, die als Dual-Use-Produkte gelten, da sie sowohl in alltäglichen Anwendungen als auch in spezifischeren Verteidigungsanwendungen zum Einsatz kommen. Was jedoch konstant bleibt, ist der Unternehmensgrundsatz: „Dank klarer Grenzen und einer starken Unternehmensführung besteht ein ständiges Bewusstsein dafür, wo und wie unsere Materialien verwendet werden und jeder Einzelfall wird sorgfältig geprüft, um sicherzustellen, dass die Entscheidungen weiterhin im Einklang mit den Werten von Umicore stehen."

Für Veerle bietet Umicores Konzernstrategie „Core 2028“ die nötige Klarheit, um Potenziale zu erschließen. „Das ist der richtige Weg für Umicore“, sagt sie. „Es geht um die Generierung von Cashflow in unseren etablierten Geschäften und die Werterholung im Bereich Battery Materials, geleitet von vier klaren Leitprinzipien: Kapitaldisziplin, Leistung und Wachstum, Mitarbeitende und Kultur sowie Zusammenarbeit. Dabei bleiben wir der Sicherheit und Nachhaltigkeit voll und ganz verpflichtet. Denn unsere Fähigkeit, kritische Materialien zu recyceln und wiederzuverwenden, ist nicht nur nachhaltig, sondern auch ein strategischer Vorteil.“

„Für Specialty Materials gibt uns das ein klares Mandat“, fügt sie hinzu. „Selektiv dort investieren, wo es darauf ankommt, um attraktives Wachstum zu erzielen, den Wert dort steigern, wo es nötig ist und gezielte, wirkungsvolle Entscheidungen treffen, die mit unseren langfristigen Zielen im Einklang stehen. Und dafür sorgen, dass alle Mitarbeitenden die Strategie und ihre Ziele verstehen. Denn wie ich bereits an unserem Capital Markets Day gesagt habe: Selbst die beste Strategie funktioniert nur, wenn die Menschen sie verstehen und sich damit identifizieren.“

Der Weg zu einer zielgerichteten Führung

Veerles Weg in die Führungsrolle verlief nicht geradlinig. Da sie schon früh dazu ermutigt wurde, den anspruchsvolleren Weg einzuschlagen, schuf sie sich ein solides Fundament in Mathematik und Naturwissenschaften, bevor sie sich für Wirtschaftsingenieurwesen statt für Architektur oder Betriebswirtschaft entschied.

„Im Nachhinein war das eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe“, reflektiert sie. „Technische Fähigkeiten lassen sich später im Leben nur schwer erwerben. Wirtschaftliche Kompetenzen kann man sich hingegen aneignen.“

Frühe Tätigkeiten in den Bereichen Vertrieb, Produktion und im kaufmännischen Umfeld halfen ihr dabei, herauszufinden, was ihr besonders liegt. „Ich habe schon recht früh erkannt, dass ich dann besonders gut in etwas bin, wenn ich fundiertes technisches Wissen mit der engen Zusammenarbeit mit Menschen verbinde“, sagt sie. „Darin habe ich meine Berufung gefunden.“ Diese Erkenntnis legte den Grundstein für die nächste Etappe ihrer Reise: die Führungsrolle.

Ihre erste Position als Geschäftsführerin erwies sich als entscheidend. Die Leitung eines großen und vielfältigen Teams vermittelte ihr ein klares Verständnis davon, was Führung wirklich bedeutet. „Es geht darum, Menschen für ein gemeinsames Ziel zusammenzubringen“, erklärt sie. „Und um Vertrauen, Klarheit und Präsenz.“ Diese Präsenz prägt ihren Führungsstil bis heute. „Wenn ich einen Tag verbringe, ohne mit Menschen in Kontakt zu treten“, lächelt sie, „ist das kein guter Tag für mich.“

Sicherheit – immer und überall

Neben der Leitung des Geschäftsfeldes Specialty Materials ist Veerle auch für den Bereich Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (EHS) des Umicore-Konzerns verantwortlich. Umicore hat kürzlich einen wichtigen Schritt im Rahmen der Initiative „Safety Always“ unternommen, indem das Unternehmen klar definiert hat, was dies im täglichen Verhalten bedeutet. So wie das Unternehmen kürzlich seine Werte und die damit verbundenen Verhaltensanforderungen überarbeitet hat, ist es auch im Bereich Sicherheit vorgegangen.

Diese Erwartungen basieren auf drei einfachen, aber wirkungsvollen Grundsätzen: Wir schützen Menschen an erster Stelle, wir beugen Schäden vor und kontrollieren Risiken und wir unterbinden unsichere Zustände und melden Bedenken. Sie legen fest, wie wir handeln, wenn niemand zusieht, wie wir unter Druck Entscheidungen treffen und wie wir in den entscheidenden Momenten reagieren, wenn das Unterbrechen der Arbeit, das Hinterfragen einer Situation oder das Äußern von Bedenken einen echten Unterschied macht. Diese Verhaltensweisen sind nicht nur Worte auf dem Papier. Sie werden schrittweise in die Art und Weise integriert, wie wir die Sicherheitsleistung bewerten. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch und schon ein einziger Vorfall ist einer zu viel. Klare Erwartungen, Verantwortlichkeit und vorbildliches Führungsverhalten sind unerlässlich.

Für Veerle ist Sicherheit daher nicht nur eine Frage von Systemen und Prozessen, sondern auch von Kultur, Konsequenz und Führung im täglichen Handeln.

Jenseits des Titels

Wenn man Veerles Büro betritt, bekommt man schnell ein Gespür für die Person hinter der Rolle. „Die Gegenstände um mich herum erinnern mich daran, warum ich tue, was ich tue“, sagt sie. „Sie erzählen eine Geschichte über Menschen, Momente und Entscheidungen.“

Sie beschreibt sich in erster Linie nicht über ihre Position, sondern darüber, wer sie jenseits davon ist. „Ich bin ein Familienmensch“, sagt sie. „Mein Mann, meine Töchter und mittlerweile auch meine Schwiegersöhne, mein Enkelsohn, meine Eltern und meine Schwester sind meine Anker.“ Außerdem ist sie eine Hundeliebhaberin und im Herzen ein geselliger Mensch. „Meine Haustiere und meine Familie bereiten mir Freude. Das klingt zwar klischeehaft, aber es muss wirklich nicht komplizierter sein als das. Beruflich habe ich immer versucht, das Beste aus mir herauszuholen. Die Zusammenarbeit mit Menschen gibt mir Energie.“

Im Laufe der Zeit hat sich Veerles Definition von Erfolg weiterentwickelt.

In meinen Zwanzigern ging es ums Lernen. Später ging es um Anerkennung. Heute bedeutet Erfolg für mich, für andere etwas zu bewirken, mein Wissen weiterzugeben und anderen dabei zu helfen, sich weiterzuentwickeln.
Veerle Slenders

Für Veerle definiert sich Führung nicht durch eine Position, sondern durch die Absichten hinter unseren Handlungen und die Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen, für das Unternehmen, für die Menschen und für das, was wirklich zählt.

Diese Überzeugung prägt die Ratschläge, die sie ihren Kolleginnen und Kollegen, ihren Kindern und sich selbst gibt. „Es spielt keine Rolle, was man tut“, sagt sie. „Was zählt, ist, das Gewöhnliche außergewöhnlich gut zu machen. Darin liegt der Sinn.